Das Venegia-Tal, im nördlichen Teil des Naturparks, ist sicherlich eines der schönsten Täler im Park, was Naturräume und Landschaften betrifft. Das Tal erstreckt sich über den nördlichen Hang der Dolomitenwände von Cimon de la Pala, von wo aus man den Travignolo-Gletscher sehen kann. Die Gipfel Bureloni, Focobon und Mulaz erheben sich am Talschluss. Wälder, Weiden, Halden und Dolomitenwände bilden eine schöne Landschaft, während legendenumwobene Almen und Weiden einen besonderen Zauber hinzufügen.
Es handelt sich um zwei kleine Becken aus der Eiszeit, die man vom Rolle-Pass aus bei einer schönen Wanderung durch den Wald von Paneveggio oder ab San Martino Malga Ces erreichen kann. Die Landschaft hier ist typisch für die Alpen, und nicht für die Dolomiten. Die Seen befinden sich nämlich in Richtung des Lagorai-Komplexes. Schon vor 8000 Jahren drangen die Jäger der Mittelsteinzeit in dieses Gebiet vor, wie die Handwerksprodukte beweisen, die vor Ort bei archäologischen Ausgrabungen ans Licht kamen.
Das Canali-Tal ist nicht minder interessant und stellt den südlichen Eingang zum Naturpark dar. Die Dolomitengipfel bilden einen atemberaubenden Rahmen. Über den Gipfeln del Cimerlo, Sass Maor, Gipfel Canali, Lastei, Coro und Sass d'Ortiga schlängelt sich ein grosses Netz von Wanderwegen.
Auch die Talsohle bietet unterschiedliche Wandermöglichkeiten. Von Laghetto Welsperg geht es den Wildbach Canali entlang, über die Wiesen in Ortschaft I Piereni, oder durch die Mischwälder mit ihren Buchen und Weisstannen.
In Richtung Westen, wenn man von Canal San Bovo dem Lozen-Tal entlang aufsteigt, erreicht man eine breite Hochebene mit einem grossen See, dem Calaita-See. In diesem See spiegeln sich die weissen Felswände des Cimon del la Pala wider, und die Wälder, die den Gipfel umgeben, bilden einen schönen Rahmen. Von hier aus führen verschiedene Wege zu den umliegenden Gipfeln oder nach San Martino di Castrozza.
Durch das Vanoi-Tal im westlichen Teil des Naturparks, in der Ortschaft Caoria, biegt man in den Wanderweg nach der Alm Miesnotta zu einem alten Bauernhaus ein. Nach einer vollständigen Renovierung steht wieder in vollem Glanz da und wird als Berghütte benutzt. Diese Alm stellt ein sehr gutes Beispiel für die Wiederverwendung typischer Gebäude von grosser historisch kultureller Bedeutung dar.
Nur zwei der Gletscher von Pale di San Martino überdauern die Zeit: Die Fradusta- und Travignolo-Gletscher. Trotzdem teilen sie dasselbe Schicksal aller Alpengletscher, d.h. sie sind von einem progressiven Rückzug betroffen. Deswegen werden Zustand und Entwicklung beider Gletscher permanent erkundet und überwacht. Der Grössere ist der Fradusta-Gletscher. Man kann ihn durch die Pale-Hochebene auf einem Weg für durchtrainierte Wanderer erreichen. Der Gipfel ist 2939 m hoch und über eine kurze Abzweigung erreichbar.
Litho, aus dem Griechischen „lithos", bedeutet Stein oder Felsen.
Die Lithothek ist demnach eine Mineraliensammlung. Hier findet man die Mehrzahl der Gesteinsarten, welche die Berge im Naturpark bilden. Dank der grossen Vielfalt an geologischen Naturräumen umfasst diese Sammlung gleichzeitig auch die bedeutungsvollsten Steinsorten des Trentino sowie des gesamten Alpenraumes.
Die „Steinbücher" werden aus den Steinen des Parks handgeschnitzt. Die Vorderseite des „Einbandes" jeden Buches wurde glänzend gemacht, der Buchrücken poliert. Die Rückseite hingegen ist roh belassen.
Xylo kommt aus dem Griechischen „ksylon", d.h. Holz.
Die Xylothek ist eine Holzsammlung, die nur Bäume umfasst.
Die Sammlung betrifft fast alle Baumarten, die im Trentino bestehen, worunter man auch angebaute Bäume findet.
Zusammen mit den spontanen Bergbäumen, wie beispielsweise denjenigen, die im Naturpark leben, kann man in dieser Sammlung auch thermophile oder mediterrane Baumarten vorfinden, die in Trentino und im Gebiet des Gardasees wachsen.
Jedes Buch stellt eine bestimmte Baumart vor und wurde aus einer bestimmten Holzart gefertigt. Diese Bücher sind handgeschnitzt, aus dem Holz alter Bäume oder von Bäumen, die bereits aus anderen Gründen gefällt wurden.
Frutico, aus dem Lateinischen „frutex", heisst Strauch oder Busch. Die Fruticoteca ist also eine Strauchsammlung. Sie bezieht sich auf das Parkgebiet und umfasst jene Straucharten, die überall im Park zu finden sind.
In vielen Fällen kann man nicht genau sagen, ob es sich um Baumarten oder Straucharten handelt, da unterschiedliche Exponate im Alpenraum nur als Sträucher wachsen, in anderen Gebieten aber echte Bäume sind. Innerhalb derselben Art findet man ja auch sowohl hohe als auch strauchige Exemplare.
Die Exponate wurden gesammelt, ohne die Sträucher zu beschädigen. Deswegen kann es sich bei einem Exponat z.B. nur um einige Blätter handeln.