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Naturschutzgebiet

Identitätskarte

  • Majella Parco Nazionale:
    • Grundstucksgröße (ha): 74.095,00
    • Regionen: Abruzzo
    • Provinzen: Chieti, L'Aquila, Pescara
    • Städte: Abbateggio, Ateleta, Bolognano, Campo di Giove, Cansano, Caramanico Terme, Civitella Messer Raimondo, Corfinio, Fara San Martino, Gamberale, Guardiagrele, Lama dei Peligni, Lettomanoppello, Lettopalena, Manoppello, Montenerodomo, Pacentro, Palena, Palombaro, Pennapiedimonte, Pescocostanzo, Pettorano sul Gizio, Pizzoferrato, Popoli, Pratola Peligna, Pretoro, Rapino, Rivisondoli, Rocca Pia, Roccacasale, Roccamorice, Roccaraso, Salle, San Valentino in Abruzzo Citeriore, Sant'Eufemia a Maiella, Serramonacesca, Sulmona, Taranta Peligna, Tocco Da Casauria
    • Zur Festlegung von Maßnahmen: L 394 6/12/1991 - DD.MM. 4/12/92, 4/11/93, 22/11/94, DPR 5/6/95
    • Offizielle Liste Nat.: EUAP0013
  • Andere Schutzgebiete verwaltet:
    • SIC Fonte di Papa
    • SIC Maiella
    • SIC Maiella Sud Ovest
    • SIC Monti Pizi - Monte Secine
    • ZPS Parco Nazionale della Majella

 

 
Foto Arch. PNM - Foto von A. Antonucci
Wölfe

Die Umweltbereiche

Dieser Park ist besonders bergig. 55% seines Territoriums liegen nämlich auf über 2000 Metern Höhe. Er umfasst widelands und darin wiederum wildland, ist also reich an hervorragend bewahrter Biodiversität.
Aktuell beherbegt dieses Stück Land über 78% aller im Abruzzo vorhandenen Säugetierarten und 45% aller in Italien vorhandenen Säugetierarten. Auch was große Tiergruppen wie die Insektenfresser betrifft, stellt der Parco Majella sicherlich einen hot spot dar, auch wenn leider diesbezüglich kaum Daten vorliegen.

(Unter folgenden Links finden Sie Italienische Texte)

   
Foto M. Carafa
Reh
Gämse
Foto Arch. PNM - Foto A. Antonucci
Gämse

Die Fauna

Die Zerstörungskraft des Menschen hat seit jeher im Land um den Parco Majella die großen Pflanzenfresser der Wildnis vertrieben, und seltene Tiere noch seltener gemacht. Der Braunbär überlebt heute in den tiefsten Wäldern des Parks. Der Appeninwolf hingegen lebt hier ohne große Schwierigkeiten fort, vor allem seiner großen Rudel und hohen Anpassungsfähigkeit wegen.
Dank der sich nun endlich auch örtlich durchsetzenden Bewahrungskultur und der großen Anstrengungen seitens der staatlichen Forstwache, des Parco Nazionale d'Abruzzo, des WWF Italien, des italienischen Alpinclubs sowie der Städte Lama dei Peligni, Fara San Martino, Palombaro, Sant'Eufemia und Majella, sieht es für die hiesige Natur nun schon besser aus.
Hirsch und Reh herrschen mit über 150 und 80 Exemplaren wieder über die Höhen.
Die Abruzzengämse ist der unbestrittene Herr der Gipfel und hohen Prärien, wo sie mit etwa 50 Exemplaren vorhanden ist. Der Braunbär ist etwa 15/20, der Appeninwolf 30 Mal vorhanden. Letzterer hat übrigens, dank der großen Auswahl an natürlicher Beute, das Jagen wieder aufgenommen.
Der Fischotter, nämlich das exklusivste Tier des Parks lebt ständig in den Orfentos und Ortas Wassern, und wahrscheinlich im Vella.
Sämtliche Ressourcen der Waldbereiche des Territoriums sind einer rationalen Nutzung unterstellt. Sie beherbergen unter anderem Wildkatzen und Stinktiere.
Die für dieses Land typischen rauhen Kalkhänge sind ein idealer Lebensbereich für große Greifvögel, wie z.B. den Königsadler.
In der Höhe, gleich unterhalb einer schier majästetischen Unendlichkeit, lebt unter anderem die Viper.
In diesem Park gibt es fast alle Arten an in Italien vorhandenen Tagfaltern, nämlich 116 von 131, und knapp 700 Nachtfalterarten.

(Unter folgenden Links finden Sie italienische Texte)

   
Foto Arch. PNM - G. Marcantonio
Daphne sericea
Foto Arch. PNM - M. Di Cecco
Edelweiß
Foto von Mirella Di Cecco
Zeitlose

Die Flora

Der Reichtum an vegetaler Biodiversität im Parco Majella ist schier unvergleichlich groß. Über 1800 vegetale Arten, also gut ein Drittel der gesamten italienischen Flora, mit nicht nur mediterranen, sondern auch alpinen, balkanischen, hyllyrischen, piräneischen und arktischen Elementen sind vorhanden. Die faggeta zeichnet überwiegend die natürliche Landschaft bis zu 1700-1800 Metern Höhe. Außerdem sind z.B. Acerola und diverse Fruchtpflanzen vorhanden.
In der von Oktober bis Juni verschneiten Höhe finden viele Arten ein Zuhause, die mit den Quartärvereisungen und der Vertrockung der Adria hier ankamen. Der hieraus erfolgende Rückzug der Eisflächen, und die wiederum daraus resultierende genetische Isolation, hat die Differenzierung der ursprünglichen Arten in neue Arten und Unterarten, sowohl endemisch als auch subendemisch, bestimmt.
Unter diesen heute so wertvollen Arten finden sich beispielsweise das appennine Schneeweiß, der Magellaner Enzyan und der Venusschuh.
In der phytoklimatischen Bandbreite zwischen 1700 und 2300 Metern dominiert die mugo Pinie mit seinen bedeutenden Auswüchsen, den mughete, die oft von anderen Arten wie z.B. dem sabinischen Gyneper, dem Zwerggyneper, Bärentrauben und Blaubeeren begleitet werden.
Floristisch besonders bereichert wird das Massiv durch kostbare mediterrane Arten wie z.B. den leccio, die in den wärmeren Sektoren des Parks außerordentlich gut gedeihen.
Der hier interessanteste Baum ist sicherlich die italische schwarze Pinie, die spontan auf den entferntesten Felsen von Cima della Stretta, Vallone di Macchialunga und Valle dell'Orfento wächst.
Landschaftlich relevant ist der Sant'Antonio-Wald in Pescocostanzo, am Monte Pizzalto. Diese Hügellanschaft misst gut 80 Hektar und ist mit imposanten, antiken faggi bedeckt, die bemerkenswerterweise von den Bissen der Weidetiere modelliert wurden.
Der Park ist wohl ein klassisches Beispiel von ökokompatiblem Modell, welches Naturreserven nicht nur schützt, sondern auch bewahrt.

Foto Arch. PNM - Foto J. Forcone
San Giovanni Einsiedelei
Foto Arch. PNM - Foto J. Forcone
Giumentina Tal

Die Geschichte

Das Majella-Territorium umfasst nicht nur wilde Natur, sondern auch Geschichte, Archäologie und Architektur. Es ist schon vor 800000 Jahren bewohnt gewesen, als nämlich Gruppen von Jägern und Sammlern, die der Spezies des Homo erectus angehörten, die Naturressourcen der Berge nutzten, um Nahrung zu erbeuten, indem sie pflanzliche Produkte sammelten und große Säugetiere jagten. Außerdem fanden sie hier Material zur Werkzeugherstellung. Diverse Hinterlassenschaften dieser Ära sind in Valle Giumentina, Grotta degli Orsi und Grotta del Colle gefunden worden.
In den folgenden geschichtlichen Epochen zeichnen Landbau, Schafshirtentum, Mönchstum und Heremitismus das Gebiet.
Diesbezüglich sind unzählige Hinterlassenschaften vorhanden, wie z.B. die steinernen Hirtenhütten in Tholos, die stärkeren Bauten in Castra di Salle, Musellaro, Roccamorice und Lettomanoppello, die Klöster San Clemente in Casauria, San Liberatore in Majella, San Salvatore in Majella, San Tommaso in Paterno und Santo Spirito in Majella sowie die Felsgravierungen in Sant'Onofrio di Serramonacesca, Santo Spirito und San Bartolomeo di Legio bei Roccamorice, Sant'Onofrio al Morrone und San Giovanni all'Orfento.
Als die Heremiten aus den rauhsten Zonen des Majella verschwanden, wurden diese zum Heim der Banditen. Eine wichtige Bezeugung dieser Zeit ist die Felsgravierung, welche "Tavola dei Briganti" (Banditentisch) genannt wird.

(Unter folgenden Links finden Sie Italienische Webseiten)

   
Foto Arch. PNM - Foto von J. Forcone
Östliche Majella
Foto Arch. PNM - Foto von J. Forcone
Luchi Schlucht
Foto Arch. PNM - Foto von J. Forcone
Sfischia Wasserfall

Die Geomorphologie

Die imposante und wilde Majella-Berggruppe ist Vater der Berge für Plinius den Alten und Mutter der Berge für die Bewohner des Abruzzo. Er ist nach jahrzehntelangen und vehementen Diskussionen Teil des Welteigentums der Nationalparks geworden, und zwar dank der Legge 6 dicembre 1991, n. 394 und dem Decreto del Presidente della Repubblica vom 5. Juni 1995.
Geographisch kann Majella in vier Bereiche aufgeteilt werden, nämlich eben Majella-auch kompaktes Kalkmassiv genannt, Morrone, Porrara und Monti Pizzi, mit seinen Hängen und dazwischenliegenden karsischen Flächen. Es handelt sich hierbei um einen Nationalpark, der dank seiner komplett im Mediterran versunkenen geographischen Position besonders wild und groß ist, da er auch über 60 Berggruppen umfasst, von denen 30 über 2000 Meter hoch sind. Darunter finden sich der Monte Amaro mit 2676 Metern, der Monte Acquaviva mit 2737 Metern, der Monte Focalone mit 2676 Metern, der Monte Rotondo mit 2656 Metern, der Monte Macellaro mit 2646 Metern, der Pesco Falcone mit 2546 Metern und Cima delle Murelle mit 2598 Metern. Auch auf Grund des groben, wechselhaften Klimas ist der Park einzigartig. Seine weiten Flächen (widelands), welche wilde Naturbereiche (wildlands) umfassen, schenken ihm eine Biodiversität von weltweiter Relevanz.
Die Verbindung zu den Parchi Nazionali del Gran Sasso, Monti della Laga e d'Abruzzo und Parco Regionale del Sirente Velino gewähren dem Park große ökologische Wichtigkeit, im Zusammenhang mit der Suche nach geeigneten Lebensbereichen für seltene und bedrohte Tierarten.
Das Majella-Gebiet selbst wird von weiten Summitflächen gekennzeichnet, wie sie es sonst im Appennin nirgends gibt, und unter denen der Vallone di Femmina Morta mit einer Höhe von über 2500 Metern ins Auge sticht. Außerdem gibt es Vallone dell'Orfento mit dem gleichnamigen Fluss, Valle del Foro, modelliert vom Fluss Foro, Vallone di Selvaromana in Pennapiedimonte, Valle delle Mandrelle, Valle S. Spirito in Fara San Martino und Vallone di Taranta mit der wunderschönen Grotta del Cavallone.
Der wasserreiche Fluss Orta trennt das Majella-Massiv vom Fluss Morrone, der in die Tiefe von Sulmona über felsige Hänge fällt.
Im Süden, am Fuße des Pizzalto, liegen die schönen karsischen Flächen, welche Altipiani Maggiori d'Abruzzo oder Quarti, nämlich Santa Chiara, Barone, Grande und Molino, genannt werden und auf über 1250 Metern Höhe über dem Meeresspiegel liegen. Sie schließen das Gebiet der Monti Pizzi - Monte Secine auf, die intensiv bewaldet sind. Die hervorragend bewahrten, immensen Mischwälder und der hiesige Wasserreichtum mit der hieraus resultierenden Diversität an ökologischen Nischen bewirkt, dass der Bereich der Monti Pizzi ein ideales Heim für seltene und wertvolle Arten der Parkfauna darstellt.

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